Wir schreiben in diesem Ratgeber regelmäßig darüber, wie IT für Kleinbetriebe aufgesetzt sein sollte. Da ist die Gegenfrage nur fair: Wie machen wir es eigentlich selbst? Dieser Beitrag beschreibt, wie diese Website und unsere eigene Infrastruktur aufgebaut sind: inklusive der Entscheidungen, die wir unterwegs verworfen haben, und der Gründe dafür.
Diese Website läuft auf genau dem Setup-Prinzip, das wir unseren Kunden einrichten.
Was diese Website ist und was sie bewusst nicht ist
Diese Website ist ein statischer Export. Das bedeutet: Die Seiten werden nicht bei jedem Aufruf von einem Programm zusammengebaut, sondern liegen als fertige HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien am Server. Es gibt kein CMS, keine Plugins und keine Datenbank im Web. Der Webserver hat genau eine Aufgabe: Dateien ausliefern.
Das ist keine technische Spielerei, sondern eine Sicherheitsentscheidung. Was nicht existiert, kann nicht angegriffen werden: kein Admin-Login, der erraten werden könnte, keine Plugin-Lücke, die am Wochenende ausgenutzt wird, keine Datenbank, die gehärtet und gepatcht werden muss. Und es gibt nichts, was wöchentlich aktualisiert werden müsste, nur damit die Seite sicher bleibt.
Warum kein WordPress?
WordPress wäre die naheliegende Wahl gewesen: ein großer Teil aller Websites läuft damit, und für viele Anwendungsfälle ist das völlig in Ordnung. Wir haben uns trotzdem bewusst dagegen entschieden, aus drei Gründen:
- Plugin-Updates sind eine Dauerpflicht. Wer sie aufschiebt, sammelt bekannte Sicherheitslücken und genau das passiert in der Praxis ständig.
- Der Admin-Login ist eine öffentlich erreichbare Angriffsfläche, die rund um die Uhr automatisiert abgeklopft wird.
- Die Datenbank ist eine zusätzliche Komponente, die abgesichert, gesichert und im Ernstfall wiederhergestellt werden muss.
Nichts davon ist unlösbar: WordPress lässt sich sauber betreiben, wenn jemand den Betrieb ernst nimmt. Aber für eine Website, die Inhalte darstellt und ein Kontaktformular hat, steht dieser laufende Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Wir haben uns für die Variante entschieden, bei der die sichere Konfiguration der Normalzustand ist, nicht das Ergebnis ständiger Pflege.
| Statischer Export | CMS (z. B. WordPress) | |
|---|---|---|
| Laufende Updates | Kein wöchentlicher Patch-Zyklus für Core und Plugins | Core, Plugins und Themes müssen laufend aktuell gehalten werden |
| Angriffsfläche | Kein Admin-Login, keine Datenbank im Web | Öffentlich erreichbare Login-Seite, Datenbank als zusätzliche Komponente |
| Betrieb | Webserver liefert fertige Dateien aus | PHP, Datenbank und Erweiterungen laufen bei jedem Aufruf mit |
Warum Hetzner?
Ausgeliefert wird die Website über nginx auf einem Server bei Hetzner: einem Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland und Finnland, also in der EU. Die Gründe für diese Wahl: ISO-27001-zertifizierter Rechenzentrumsbetrieb, seit über 20 Jahren am Markt, und wir arbeiten praktisch damit: wir empfehlen unseren Kunden also nichts, was wir nicht selbst betreiben.
Auch hier gab es verworfene Alternativen. Die großen US-Cloud-Plattformen können viel: für eine Website dieser Größe sind sie überdimensioniert, und die Frage, wo Daten tatsächlich verarbeitet werden, wird unnötig kompliziert. Billig-Webspace wiederum nimmt einem die Kontrolle: wenig Einblick, wenig Konfigurationsmöglichkeiten, im Störungsfall eine anonyme Warteschlange.
Keine Tracking-Cookies, keine US-CDNs
Die Schriften auf dieser Website sind selbst gehostet. Es gibt keine Tracking-Cookies, kein Google Analytics und keine Inhalte, die von US-CDNs nachgeladen werden. Das ist zum einen eine Datenschutz-Entscheidung: Was nicht erhoben wird, muss nicht erklärt, verwaltet oder abgesichert werden. Zum anderen macht es die Seite schneller und unabhängiger: sie funktioniert vollständig, ohne dass Dritte etwas mitliefern müssen.
Das Kontaktformular: bewusst getrennt
Eine statische Website kann selbst nichts entgegennehmen und das ist Absicht. Das Kontaktformular spricht mit einem bewusst getrennten, minimalen API-Dienst, der genau eine Aufgabe hat: Anfragen annehmen. Die Website selbst kann nichts verarbeiten, was sie nicht braucht. Das ist Least Privilege auf Architektur-Ebene: Jede Komponente kann nur das, wofür sie da ist. Hätte der Formular-Dienst je ein Problem, bliebe die Website davon getrennt und umgekehrt.
Die Arbeitsprinzipien dahinter
Hinter dem konkreten Setup stehen drei Prinzipien, nach denen wir auch in Kundenprojekten arbeiten:
- Zugänge nach minimalem Rechte-Prinzip: Jeder Zugang kann nur das, was er für seine Aufgabe braucht: das gilt auch für unsere eigenen.
- Das Setup ist dokumentiert: Jeder Schritt ist so festgehalten, dass er nachvollziehbar und übergebbar bleibt.
- Backups werden getestet, nicht nur eingerichtet: Ein Backup, dessen Wiederherstellung nie geprobt wurde, ist eine Hoffnung: kein Backup.
Was das für Sie bedeutet
Ehrlicherweise: Nicht jede Website kann statisch sein. Ein Webshop, ein Buchungssystem oder ein Redaktionsteam, das täglich Inhalte pflegt, braucht andere Werkzeuge: dann ist ein CMS die richtige Wahl. Die Prinzipien dahinter ändern sich aber nicht: Updates geregelt, Zugänge minimal, Backups getestet, alles dokumentiert.
Wir legen dieses Setup so offen, weil wir finden, dass man jedem IT-Dienstleister genau diese Frage stellen sollte: „Wie macht ihr es eigentlich selbst?" Wenn Sie wissen wollen, wie ein solches Setup für Ihren Betrieb aussehen würde, ist ein Erstgespräch der einfachste Weg: kostenlos und unverbindlich.
